22. September – Fahrt nach Harar und Rundgang in der Altstadt

Heute morgen haben wir uns – nach einer doch nicht sehr überzeugenden Nacht – vom härtesten Bett Afrikas verabschiedet.

Dann fahren wir nach Harar, der uralten muslimischen Stadt im Osten Äthiopiens. Die Region um Harar hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die zugegebenermaßen auch ein wenig verwirrend ist. Wichtig: Harar ist nach Mekka, Medina und Jerusalem die viert-heiligste Stadt des Islam!

Allerdings merkt man davon erst einmal nicht viel. Aus Dire Dawa geht es nach Südosten gleich steil in das Gebirge hinauf, ein Lastwagen nach dem anderen arbeitet sich die Serpentinenstrecke entlang. Waghalsige Überholmanöver sind völlig normal. Und leider auch die Folgen. Wir sehen einige übel zugerichtete LKW, die kleineren sind besonders gefährdet.

Wie der wohl da hoch gekommen ist…

Einer hat sich gerade eben erst in der Böschung festgefahren und eine ganze Truppe versucht, ihn mit einem Seil wieder auf die Straße zu ziehen.
Unser Fahrer ist – gottlob – sehr umsichtig, verzichtet auch mal auf‘s Überholen und so kommen wir nach 90-minütiger Fahrt sicher in Harar an.

Nach kurzer Pause treffen wir Biniyam, unseren Führer, zu einem Rundgang durch die Altstadt von Harar. Die Ansiedlung ist mehr als tausend Jahre alt und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Straßenmarkt in Harar

Vor dem Tor zur Altstadt und vor dem eigentlichen Markt tummeln sich massenhaft Verkäuferinnen, ja, vor allem Frauen, die ihre Ware auf der Straße anbieten.

Gewürzmarkt : Man muss ständig niesen!

Besonders der Gewürzmarkt ist beeindruckend. Annette kauft zwei interessante Gewürze für die Injera. Die Eindrücke vom Markt sind wirklich toll.

Annette kauft interessante Gewürze für die Injera. Ob die wohl je zum Einsatz kommen???
Diese Frau verkauft Muskatnüsse Koriander und Ingwer

Die Altstadt von Harar ist von einer 3,3 km langen Stadtmauer umgeben, fünf Tore bilden den Zugang zu dem Gewirr von Sträßchen und Plätzen. Die Häuser der Harari (der Volksstamm bildet den Kern der Bevölkerung) sind aus rohen Steinen mit Lehm gefügt – doch die meisten Mauern sind mittlerweile mit Zement überzogen und oft bunt bemalt. An einer Stelle mauern Männer mit den alten Materialien – Biniyam erläutert, dass die Behörden das Bauen hier nur mit den traditionellen Baustoffen erlauben.

Harari-Haus

Auch in Harar hängen überall Männer herum und kauen Khat, den sie hier Chat nennen. An jeder Ecke wird die Droge angeboten und rund um Harar ist alles voll mit Feldern, auf denen die Pflanzen wachsen.

Gekocht und geheizt wird vielfach noch mit Brennholz. Und das schleppen die vielen Esel in die Stadt, die man auf den Straßen sieht

Wir machen bei einem Kaffee Pause am zentralen Platz in der Altstadt, wir sitzen auf der Terrasse im ersten Stock und können das Treiben unten ungestört beobachten.

Im Museum Sharif, dem „einzigen privaten Museum Afrikas“, wie der Guide beteuert, sehen wir eine umfangreiche Sammlung von Utensilien, darunter das Bett des letzten Ras von Harar, Schwerter von Haile Selassie, Menelik II und auch Mengistu hat sich eins machen lassen – für zeremonielle Anlässe, wie wir erklärt bekommen.

Auf dem Weg kaufen wir noch ein Kilo Harar-Kaffee in der winzigen Rösterei.

Der Tag endet mit einer zweiten Injera, diesmal sind wir so schlau und bestellen nur eine Portion für zwei, die wir trotzdem nicht völlig aufessen können.

Die nächste Nacht wird hoffentlich angenehmer. Beiden steckt uns noch die im härtesten Bett Afrikas in den Knochen. Und hier ist es:

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