24. September – Zum Kamelmarkt nach Babille und zu den Argoba nach Koremi

Er bewacht das Sorghum Feld und vertreibt die Vögel

Für heute haben wir mit unserem Führer vom Samstag, Binyiam eine Fahrt zum etwa 40 Kilometer entfernten Ort Babille vereinbart. Nach Babille geht es ein ganzes Stück über die Berge in Richtung Somaliland, viele LKW bringen Treibstoff und Güter nach Osten – die Straße ist wirklich gut.

Unterwegs vor allem Sorghum Felder. In manchen sitzen Kinder und verscheuchen mit ihren Schleudern oder Zwillen die Vögel, die sich gerne über die reifen Körner hermachen.

Der Vieh-Markt in Babille

In Babille erwartet uns der Viehmarkt, auf dem neben Kühen, Zebu-Rindern mit großen Höckern, Ziegen und Schafen auch Kamele verkauft werden.
Die wechseln etwas abseits unter lautstarkem Feilschen den Besitzer.

Kamele unter sich…

Der Markt selbst ist ein Gewirr von Menschen und Tieren.

Er hofft auf einen guten Preis für seine Zebus

Es hätte gar keinen Zweck, hier ohne Führer hin zu fahren – es wäre sehr schwierig, irgendetwas zu sehen, zu fotografieren, geschweige denn zu erfahren. So aber kommen wir mit vielen Menschen in eine Art Gespräch. Wo kommst Du her, wie alt bist Du und natürlich wie findest Du unsere Stadt und unseren Markt?

Und wir können auch das eine oder andere schöne Foto von Menschen machen, die sich – vom Guide informiert und gefragt – auch bereitwillig fotografieren lassen.

Die Schafe werden schön in Reih und Glied präsentiert
Sie verkauft Zucker und Erdnüssen. Die werden zusammen mit Chat (Khat) gekaut, um den bitteren Geschmack zu überdecken

Vor der Weiterfahrt gibt es einen Kaffee mit Milch, einen Macchiato, im Cafe Benaka

Noch ein paar Kilometer die Straße Richtung Jijiga weiter fährt man durch das „Valley of the Marvels“, das Tal der Wunder – es handelt sich in der Tat um eine Ansammlung von wunderlichen Felsen, die vom Wind rund geschliffen und ausgehöhlt wurden. Der wunderlichste liegt als Kugel auf einer Säule – und im Krieg, so Biniyam, hätten die Soldaten versucht, ihn mit Beschuss von der Säule zu schießen. Er steht immer noch.

Der unverwüstliche Kugelfelsen im „Tal der Wundern“

In dem Einschnitt, der offiziell Dakhata Tal heißt, gibt es Affen. Wir sehen  Affen und füttern ein paar Paviane.

Über Mittag nehmen wir einen Lunch bei Fresh Touch, eine Mittagsruhe liegt nicht drin.

Schon geht es wieder los und die beiden fahren uns nach Koremi, einem kleinen, sehr ursprünglichen Dorf an einem Steilabfall der Berge im Südosten von Harar.

Das Dort der Agroba

Biniyam ist dort schon bekannt, er fährt zwei bis drei Mal im Monat über die nicht asphaltierte, von Rinnen zerfurchte Straße zu den Familien hinauf und wird besonders von den jungen Damen herzlich begrüßt. Er führt uns durch das Dorf, dessen Häuser ähnlich gebaut sind wie die der Altstadt in Harar: Grobe Feldsteine werden mit Lehm verbunden, die Decken aus schlanken Baumstämmen halten Steine, deren Lücken wieder mit Lehm ausgefüllt werden.

Die Argoba sind eine kleine Volksgruppe, die noch sehr ursprünglich – und wohl auch sehr konservativ lebt. Sie sprechen Oromo und sind Muslime.

Eine der Familien können wir in ihrem Haus besuchen. Den angebotenen Tee nehmen wir höflich entgegen, stellen ihn jedoch unberührt wieder hin – das ist uns zu gefährlich. Man hat Verständnis.

Bei der Agrobafamilie

Die Kinder lassen sich nach anfänglichem Zögern gerne fotografieren – freilich hat Biniyam ihnen ein paar Süßigkeiten versprochen.

Sie warten schon auf ihre Süssigkeiten

Die Süßigkeiten gibt es sicherheitshalber sorgfältig verteilt im kleinen Laden des Ortes – dort stellen sich die Kleinen an, während wir ungestört verschwinden können.

Allerdings treffen wir auf der Rückfahrt auf ein paar Jungens, die mit ihrem Schleudern Steine auf das Auto werfen. Biniyam und der Fahrer steigen aus, aber die Jungs sind schneller und können natürlich mit ihren Schleudern von weit her werfen. Warum sie das tun, ob es mit den Touristen im Auto zu tun, bleibt offen. Biniyam weiß es auch nicht. Möglicherweise haben sie nur Langeweile – oder zu viel Testosteron.

Blick auf die Altstadt von Harar

Auf der Rückfahrt halten wir bei einem Aussichtspunkt, der einen schönen Überblick über die Altstadt von Harar bietet.

Und gegenüber sehen wir eine ganz neue Siedlung mit bunten, neuen Häusern. Das sei, so sagt Biniyam, die „Diaspora-Siedlung“, denn die Häuser würden überwiegend von reichen Äthiopiern gekauft, die im Ausland, eben in der „Diaspora“, wohnen und dort ihre Familien unterbringen. Ein normaler Äthiopier könne sich diese Wohnungen nicht leisten.

Morgen geht es zurück nach Dire Dawa und dann mit dem Flugzeug via Addis nach Bahir Dar.

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