18. September – SIM-Karten, defekte ATMs, abgeschaltetes Internet und freundliche Menschen

Auf dem Weg durch Immigration und Zoll treffen wir auf einen ATM (Geldautomaten), der jedoch prompt den Dienst verweigert. Daneben ist eine Wechselstube, die behauptet, ebenfalls Geld auf Visa-Karten auszuzahlen. Zahlreiche Versuche mit zwei unterschiedlichen Kartenlesern scheitern kläglich mit der Meldung „Verbindungsprobleme“.
Schließlich tauschen wir 50 Euronen in etwa 1600 ETB (Ethiopian Birr) – als Startkapital.

Die Schlange vor der Einreisekontrolle ist nun deutlich länger und es dauert eine gute dreiviertel Stunde, bis wir zu dem Gepäckband kommen – dort drehen unsere Koffer munter Runde um Runde – aber sie sind alle da und nun suchen wir den Fahrer vom Caravan-Hotel, der uns angekündigt war.
Nach längerem Suchen finden wir ihn auf dem Parkplatz außerhalb des Flughafengebäudes und er fährt uns durch das morgendliche Addis zum Hotel.
Das macht einen recht guten Eindruck, wir können auch bereits um diese frühe Uhrzeit das Zimmer beziehen – worüber wir mehr als froh sind, denn die praktisch durchgemachte Nacht steckt in den Knochen.
Trotz des verführerischen Bettes gehen wir noch Frühstücken, ein landestypisches Büffet, aber freundlicher Service und ein guter Kaffee mit Milch…

Danach schlafen wir bis gegen 14:00 Uhr und fahren etwas später mit dem von der freundlichen Rezeption akquirierten, leidlich englisch sprechenden Taxifahrer „Sammi“ los, um uns erst mal zu organisieren. Nachdem auch der ATM vor dem Hotel und genauso die Kartenleser an der Rezeption gestreikt haben, deutet sich wieder mal eine lange Jagd nach dem Geld an. Mindestens an drei Stationen ebenfalls keine Chance – bei der Zemen Bank in der Tito-Straße haben wir schließlich Erfolg und können mit den Visa-Karten 2x 4000 ETB ziehen.

Weiter zur äthiopischen Telekom, die das Monopol auf den Mobilfunk hat. Da warten wir in einer langen Reihe und schnell ergeben sich lustige Übungen in Amharisch – schon das Wort für „Danke“ (Ahmesegenallouh) ist ein Zungenbrecher. Das achtjährige Mädchen neben mir spricht mich in bestem Englisch an und will wissen, wie ich heiße. Sie heißt „Gnest“ mit einem für mich unaussprechlichen Knalllaut am Anfang.

Annette unterhält sich unterdessen mit einer Frau, die ihr neben Ahmesegenallouh noch weitere, ähnlich schwierige Wort bei zu bringen versucht. Viel Gelächter.

Die Dame an dem Tisch schreibt unsre Pässe ab, macht Kopien davon und je ein Foto. Der Computer lässt ihr nebenher viel Zeit, sich über unsere Herkunft, den Familienstand, etwaige Kinder und alles mögliche andere zu unterhalten. Die beiden Karten kosten zusammen 60 Birr, umgerechnet keine 2 Euro und enthalten 15 Birr Guthaben. Wir kaufen noch zwei Guthaben Voucher für je 100 Birr (3,50 Euro) zum Aufladen.

Vor der Tür wartet eine geschickte junge Dame, die für 40 weitere Birr die Karten auf den Micro-Formfaktor zuschneidet und einsetzt.

Also schöne Landschaft gab es bis dahin nicht, aber absolut auch keine „bad people“.

Wir statten noch dem Gebäude von KfW und GIZ einen Besuch ab, hinterlassen dem KfW-Chef unsere neu erstandene Telefonnummer und kaufen Wasser – neun Liter in vier großen und zwei kleinen Flaschen für eben 60 Birr – knapp 2 Euro. Am Frankfurter Flughafen kosten 0,5 Liter 3,20 Euro. Unsere 9 Liter hätten also rund 3200 Birr gekostet. Aber wir sind eben nicht mehr am Flughafen Frankfurt…

Dafür eröffnet uns die Rezeptionistin nach der Rückkehr, die Regierung habe wegen der anhaltenden Proteste der Oromo das Internet abgeschaltet. Und tatsächlich gibt es keinerlei Verbindung mehr.

Die freundliche junge Dame erläutert weiter, dass aus dem gleichen Grund unsere für morgen geplante Stadtrundfahrt leider den Mercato ausklammern müsse, dort sei es gegenwärtig nicht sicher.

Sie hilft aber auch direkt beim Buchen der Hotels in Dire Dawa und Harar. Beim Wonderland Hotel in Harar hat sie gleich Erfolg – das „Afrikan Village“ in Dire Dawa scheint aber nicht mehr zu existieren. Wir buchen dort das Ras Hotel…

Am Abend noch mit Sami zu einem italienischen Restaurant, das gut – aber vergleichsweise teuer (720 Birr) war.

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