20. September – Eindrücke von Addis Abeba – und Planungen für die weitere Reise

Addis Abeba – eine riesige Baustelle

Nach unserer anstrengenden Stadttour gestern lassen wir es heute langsamer angehen. Nach dem Frühstück fahren wir zum „German House“, dem gemeinsamen Bürogebäude von GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – früher GTZ und DED) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau, Muttergesellschaft von Annettes Arbeitgeber, der DEG). Wir treffen Jan Blum, den Vertreter der KfW in Addis.
Er berichtet über die geradezu stürmische Entwicklung, die das Land in den letzten Jahren genommen hat – und doch von einem so niedrigen Niveau startet, dass es immer noch ganz hinten auf der Liste der Entwicklungsländer steht.

Ständig enstehen neue Hotels und Bürohäuser. Aber auch Wohnblocks haben wir gesehen.

Die KfW unterstützt in Äthiopien u.a. den Aufbau eines dualen Ausbildungssystems – mit Berufsschule und praktischer Ausbildung. Die Regierung selbst hat das Vorhaben mit angestoßen und es wurden bereits viele Berufsschulen eingerichtet.
Jan Blum gibt uns Hinweise für die Reise, unter anderem berichtet er begeistert von Wandertouren mit einem Touroperator, der sich der Unterstützung örtlicher Dorfgemeinschaften verschrieben hat.

Wendelin, der 1991 in Addis Abeba war, kann eigentlich nichts wiedererkennen – und Jan Blum bestätigt, dass Mitarbeiter schon nach zwei, drei Jahren über die Entwicklung staunen. Tatsächlich – überall in Addis wird gebaut, besonders die Trambahn hat das Stadtbild enorm verändert.

Der Meskal-Platz – früher Aufmarschplatz von Mengistus Armee, heute von der neuen Trambahn auf Stelzen zerschnitten
Der Meskal 1991 – das Gebäude mit dem Mercedes-Stern kann man auch auf dem oberen Bild von 2018 sehen. – allerdings sehr klein, hinter der Tram.

Und natürlich der Verkehr, der völlig chaotisch – aber ohne größere Hektik – durch die Stadt fließt. Die Autos fahren langsam, aber „mit Nachdruck“ in die großen Kreisverkehre ein, drängeln sich durch, blockieren einander – und lassen sich dann doch irgendwie passieren. Es gibt nur ganz wenige rücksichtslose Fahrer. Beulen haben die Autos dennoch fast alle – bis auf die edlen Karossen mit Stern oder dem weiß-blauen Kreis, die natürlich ihre eingebaute Vorfahrt beanspruchen.

Unser Taxler, „Sami“ (der bestimmt in Wirklichkeit einen für Europäer unaussprechlichen Vornamen hat) bringt uns sicher durch den Verkehr, auch wenn seine Spurwechsel häufig Milimeterarbeit sind.

Millimeterarbeit – aber im Großen und Ganzen entspannt: Der Verkehr in Addis

In der Nähe der Deutschen Botschaft finden wir den Touroperator und diskutieren zunächst mit einer resoluten, aber vielbeschäftigten jungen Dame die Möglichkeiten für eine Tour und ihr Bezahlung. Sie schaut öfter auf die Uhr und übergibt das Kundengespräch schließlich an ihren Kollegen, Teshale. Der erläutert uns Tourverlauf und Kalkulation mit leiser Stimme, spricht bei weitem nicht so gut englisch wie seine Kollegin – verspricht aber, uns ein valides Angebot zu machen.

Danach geht es wieder zum Hotel, heute gibt‘s eine Mittagspause.

Das Caravan-Hotel im Stadtteil Bole

Unser „Caravan-Hotel“ sieht von außen sicherlich gewöhnungsbedüftig aus – ist aber innen ganz in Ordnung. Das Zimmer ist recht groß, die sanitären Einrichtungen funktionieren (es gibt merkwürdigerweise beim warmen Wasser deutlich mehr Druck als beim kalten…) und mittlerweile geht auch das Internet wieder.

Am Abend waren wir in einem libanesischen Restaurant essen, dass uns auch Jan Blum empfohlen hat. Das Essen war sehr gut – aber wir sind mittlerweile schon leicht angeschlagen was den Magen angeht und müssen uns für die Reste auf den Tellern entschuldigen.

Morgen mittag geht unser Flug nach Dire Dawa. Dort hat uns die fitte junge Dame vom „Tourbüro“ des Hotels (ein kleiner Verschlag neben der Garage) ein Zimmer reserviert. Wir sind gespannt auf die muslimisch geprägte Region östlich von Addis.

Ein Gedanke zu „20. September – Eindrücke von Addis Abeba – und Planungen für die weitere Reise“

  1. Hallo ihr Urlauber .Das mit dem Wasserdruck hat etwas .Vielleicht ist
    die Warmwasser Heizung auf dem Dach .Das brauch keine Umwälzpumpe .Ich meine nur .L G Josef.

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